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18.5.2012 : 14:02 : +0200

Bürgermeister Günther Köhler beging 20-jähriges Dienstjubiäum

20 erfolgreiche Jahre zum Wohle der Gemeinde Gleichamberg gemeinsam mit den Bürgern

Gleichamberg. Am Morgen des vergangenen Montags (2.Mai) ging es im Rathaus von Gleichamberg nicht wie gewohnt zu. Gemeinderäte waren mit Blumen gekommen und ein ungewohntes Stimmengewirr drang aus den Diensträumen nach draußen. Sie gehörten den Kindern des Gleichamberger Kindergartens, die Bürgermeister Günther Köhler ein Ständchen sangen und die Glückwünsche, auch im Namen ihrer kleinen Freunde aus dem Kindergarten Bedheim, zu seinem Jubiläum überbrachten.

Seit nunmehr 20 Jahren steht Günther Köhler als Gemeinde-Oberhaupt an der Spitze seines Ortes bzw. der späteren Großgemeinde und setzt sich für die Interessen und das Wohl seiner Gemeinde mit ihren sieben Ortsteilen ein. Am ersten Mai 1985 übernahm er die Geschäfte der Gemeinde von dem bis dahin kommissarisch eingesetzten Ewald Wachenschwanz und trat die Nachfolge seines inzwischen verstorbenen Amtskollegen Wolfgang Schüler an. Mit seinen 20 Dienstjahren ist Günther Köhler der dienstälteste Bürgermeister des Landkreise und wahrscheinlich weit über die Kreisgrenzen hinaus.

Für die Südthüringer Rundschau ein besonders trefflicher Grund, Bürgermeister Günther Köhler auf 20 Jahre seines Wirkens, auf die Leistungen seiner Bürger während seiner bisherigen Amtszeit und auf Erreichtes zurückblicken zu lassen. „Wenn man 20 Jahre die Geschicke einer Gemeinde, gemeinsam mit den gewählten Gemeinderäten, zu lenken und zu leiten hat“, so resümiert Köhler, „dann durchlebt man Höhen und Tiefen, erlebt viele glückliche, aber auch ärgerliche Momente, so wie sie das Leben eben schreibt“. Es habe viele Höhepunkte in der Entwicklung der Gemeinde und später der Großgemeinde gegeben, da habe man auch Schwierigkeiten überwinden müssen. Doch seien sie nie so groß gewesen, erinnert sich der gelernte Baufachmann, um die Gemeinde an ihrer positiven Entwicklung zu hindern. Und die kann sich nicht nur im Kreis, sondern im Freistaat Thüringen wirklich sehen lassen.

Zur Unterstützung und Untermauerung seiner Worte holt er sich seine Gemeinde-Sekretärin Isolde Heusinger an seine Seite, die noch länger als er schon in der Gemeindeverwaltung tätig ist und vieles ganz genau weiß. Sie packt gleich einen ganzen Karton voller Erinnerungen in Form von Fotos auf den Tisch, die z.B. das Baugeschehen dokumentieren. Denn die Gleichamberger hätten stets tüchtig gebaut und damit die Entwicklung immer mit bestimmt, sowohl vor, als auch nach der Wende. Bereits vor seiner Amtszeit wurde das stattliche Kulturhaus (1976/77) und der Schulneubau (1979/80) errichtet. Später folgte der Turnhallenbau. Aber auch die Geselligkeit sei in Gleichamberg nicht zu kurz gekommen und z.B. ein Backhausfest 1988 aus der Taufe gehoben worden.

Seine erste Maßnahme sei allerdings die Erneuerung des Durchganges zur Kirche gewesen, während ein Foto den Kanalbau in der „Vorstadt“ dokumentiert. Der Bürgersteig in der Schäfersgasse wurde 1987 und die Kinderkrippe sowie eine physiotherapeutische Station (heutiges Ärztehaus) 1988 gebaut. Die Konsum-Kaufhalle und das Feuerwehrgerätehaus wurden 1989 eingeweiht. Dazwischen lagen viele andere Aktivitäten, die durch Bürgerfleiß entstanden waren, wie der Bürgermeister betont. Auf Namen verzichtete er bewusst, da alle Einrichtungen in zahlreichen freiwilligen „Aufbaustunden“ seiner Bürger, durch Gemeindearbeiter und fachkundigen Feierabendhandwerkern geschaffen worden seien. Ein „Haus der Dienste“ war zur Wende rohbaufertig und sollte 1990 des erste Rathaus im Landkreis werden.

Denn auch in der Zeit des politischen Umbruchs steuerte er sein (Gemeinde)Schiff, gemeinsam mit seinen Ratsmitgliedern, sicher durch die Wogen, die die Wende schlug. Ihm beratend zur Seite stand der damalige Bürgermeister der Partnergemeinde Knetzgau (Bayern), Franz Hofmann. Von ihm spricht Günther Köhler noch heute voller Hochachtung und Anerkennung. Ja er spricht sogar von einem Vater-Sohn-Verhältnis, wenn er an die kurze, aber enge Freundschaft mit Hofmann zurückdenkt, der leider schon 1990 plötzlich verstorben sei. Bereits im November 1989 habe Franz Hofmann auf der Suche nach einer Partnergemeinde die Verbindung zu Gleichamberg aufgenommen. Schon damals habe er ihm gesagt: „Jung, wenn deine Gemeinde was werden will, dann musst du sie vergrößern. Außerdem brauchst du ein Rathaus, eine Schule, einen Doktor, eine Bank und ein Gewerbegebiet“. Daran habe er sich gehalten und erinnere sich noch oft an die Worte seines Freundes, der mit ihm einen „Intensivkurs“ in Sachen Gemeinde gemacht habe.

Wie bereits erwähnt, sei das Haus der Dienste nach kurzer Bauphase als Rathaus eingeweiht worden, die Sparkasse sei 1990/91 gebaut und dann von der Sparkasse übernommen worden. Ein Gewerbegebiet mit einer Fläche von 12 ha sei errichtet und 1993 noch erweitert worden. Wenn auch die allgemeine wirtschaftliche Lage im Land eine volle Belegung verhindere, so stünden doch zwei namhafte Unternehmen, das Jagdwaffenwerk und der Büroartikelhersteller „Elba“ an der Spitze des Gewerbegebietes und biete vielen Ortsansässigen Arbeit. Dies gelte auch für die zahlreichen Handwerksbetriebe in den Ortsteilen seiner Gemeinde, die für Arbeitsplätze sorgen würden sowie für das landwirtschaftliche Unternehmen „Zuchtzentrum e.G.“. Die Liste weiterer Aktivitäten ist lang und reiche von A wie Arztpraxen (Allgemein-Arzt, Zahnarzt), über die Sanierung und Erhaltung von Kulturhäusern und Gemeindesälen in Gleichamberg, Roth, Gleichwerwiesen und Eicha über die Schaffung von Mehrzweckgebäuden in Simmershausen und Zeilfeld, die Sanierung von Back- und Brauhäusern, dem „Haus der Bäuerin“, dem teilweisen Neubau des Kindergartens, der Unterstützung des Kinder- und Jugendorchesters bis Z wie Zweckverband „Obere Milz“, der als Abwasserverband ein Vorzeigeverband in Thüringen sei, zu dem die Gemeinde gehöre.

Voller Stolz kann Bürgermeister Günther Köhler auf die Entwicklung seiner sieben Ortsteile seit der Bildung der Großgemeinde 1993 blicken. So habe er sein Augenmerk stets auf alle Ortsteile seit der Eingemeindung gerichtet und eine Gleichbehandlung angestrebt. Alle Orte waren in der Dorferneuerung (DE) bzw. Städtebauförderung (Eicha) oder sind zurzeit noch in der DE (ebenfalls Eicha). Die Orte präsentierten sich einen sehenswerten Zustand und alle Straßen im Gemeindebereich seien in Ordnung, was nicht unbedingt jeder Bürgermeister von seinem Gemeindegebiet behaupten könne. Und trotzdem verfüge die Gemeinde über einen finanziellen Rückhalt, den sich manche Gemeinde wünschen würde. Und dies ohne die Bürger noch tiefer in die Tasche zu greifen, denn die Gemeinde komme nach wie vor ohne Straßenausbaubeiträge der Grundstückseigentümer aus.

Wie schafft man es, so die Frage, über 20 Jahre hinweg stets zu den stärksten Gemeinden im Kreis zu gehören und immer auf einer soliden Finanzgrundlage aufbauen zu können? Vielleicht läge es ja auch daran, dass er als Bürgermeister mit Sicherheit nicht nur der Dienstälteste sei, sondern wohl auch das älteste Dienstauto (Baujahr vor der Wende) fahre, meinte er ein wenig scherzhaft. Aber es liege in der Tat an einer konsequenten Sparsamkeit an Stellen, wo es eben auch möglich ist. Aber auch an der großartigen Mithilfe und Unterstützung seiner Bürger in allen Ortsteilen. Denn seine Bürger und seine Gemeinderäte hätten bei allem, was in Angriff genommen worden wäre, „mitgezogen“. Das gelte ebenfalls für alle Vereine, die auch alle eine „Bleibe“ hätten sowie für seine Jugendlichen. Auf beide sei er stolz, denn vieles hätten sie in Eigenleistung und Eigeninitiative geschaffen worden.

Natürlich sei in all den Jahren nicht immer alles glatt gegangen, mussten Probleme gelöst und z.B. Grundstücksfragen geklärt werden. Doch fand sich immer wieder eine Lösung. Und wenn er es genau nehme, dann habe er in den vergangenen 20 Jahren nur einen Tiefschlag erhalten. Und den habe ihn der Kreistag in der vergangenen Sitzung verpasst, als man sich nach turbulenten Wochen gegen die Regelschule in Gleichamberg entschied, obwohl vieles für Gleichamberg gesprochen hätte und hat. Aber auch das neu entstandene Problem werde man anpacken, versichert Günther Köhler, und Schwierigkeiten nicht aus den Weg gehen. „Wir sind stolz auf unsere wirtschaftliche Stärke, die wir nicht gedenken zu verschenken“ meinte er in Hinblick auf Diskussionen um eine neuerliche Gebietsreform „und werden um unsere Gemeinde kämpfen, so wie die Riesen einst um ihre Gleichberge“.

K. Lautensack